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Sollten sich die Sterne tatsächlich schon wieder irren? Heute ist da zu lesen:

Full Moon Fever

Wassermann, 16. August 2008: „Heute sind Sie leider nicht sehr gut drauf. Der Mond macht Sie unzufrieden und launisch. Da könnte die partnerschaftliche Harmonie schon ein wenig leiden. Zum Glück ist Ihr Schatz aber sehr tolerant und einfühlsam. Er wird Sie sicherlich aufbauen, wenn Sie es denn zulassen.“

Das ist zumindest eine gute Nachricht: Das mit dem Chef und der Schwangerschaft scheint sich erledigt zu haben. Bin mir nicht sicher, ob ich ihn heute nochmal anrufen und alte Geschichten von gestern wieder aufwärmen sollte.

Ein anderer Punkt ist der heutige Abschnitt, der sich auf die „partnerschaftliche Harmonie“ und die Toleranz meines Schatzes bezieht. Da stimmt mal wieder was nicht. Mein Schatz urlaubt gerade mit einer Freundin in London. Das löst zwar keinesfalls Dis-Harmonie zwischen uns aus – sprich: Ich gönn‘ ihr das auch ohne mich. Aber ihre Toleranz und Einfühlsamkeit (die ich wirklich sehr an ihr schätze) kann sie so ja nicht unter Beweis stellen. Bin irritiert.

Zumal: Vom Mondeinfluss kann ich bislang auch kaum was spüren. Von wegen unzufrieden und launisch. gar nicht! Bin schon um 7.30 Uhr wach gewesen, was früh ist für mich und doof für einen Samstag. Aber egal. War deshalb nicht sauer auf mich selbst – und habe mich mit Gold im Mund an eine Reportage gesetzt, die ich schon lange vor mich her schiebe und der endlich ihren Feinschliff erhalten sollte. Zwei Stunden später ist das geschafft! Ohne Mühe. Das Tagwerk ist bereits zu einer Uhrzeit verrichtet, zu der ich normalerweise erst aufstehe. Herrlich. Dazu noch ein getoastetes Brötchen mit Marmelade und eine CD von „Dziuks Küche“ im Player, die ich nicht hören darf, wenn mein Schatz daheim ist.

Plötzlich schwant mir Übles. Geht es mir nur so prächtig, weil ich heute früh alleine bin? Mal sehen, ob ihr Horoskop dazu was sagt.

Jungfrau, 16. August 2008: „Da die Sterne Ihnen heute nicht dazwischenfunken, können Sie den freien Tag einfach mal wieder nach Lust und Laune gestalten. Der Partner freut sich übrigens, wenn Sie ihn ganz spontan ausführen, zumal Venus bis auf Weiteres für einen überaus angenehmen und harmonischen Trend sorgen wird.“

Ach. So sollte unser Samstag also ablaufen. Ich wache zu früh auf, bin sauer auf mich, weil sie noch schläft. (Ist idiotisch, so geht es mir aber manchmal.) So missgestimmt setze ich mich an den PC und mache mich an die besagte Reportage, die mir natürlich nicht gelingen will. Der Mond, der Mond! Bin unzufrieden und launisch.

Als sie einige Stunden später aufwacht, muss sie nicht besonders einfühlsam sein, um meine Laune zu erspüren. Doch in ihrer charmanten Art reißt sie mich aus meinem Samstags-Blues. Wir gehen bummeln, geben Geld aus, trinken einen Kaffee, lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Sie weiß, wie Harmonie funktioniert.

Wusst‘ ich’s doch, dass sich die Sterne nicht täuschen.

Werde sie mal in London auf’m Handy anrufen, wie’s ihr so geht heute.

Hey Olli, schön, dass du da warst. Immer wieder eine Kajüte frei hier für Dich. Dann lassen wir Bruce mal wieder rocken. Aber nur mit so’ner Kappe.

Männer mit Bart, sagt mein Chef, haben ein Problem. Ein Imageproblem. Bartträger seien gesellschaftlich geächtet. Das ist was Psychologisches, sagt mein Chef. Denn wer zu viel Haar im Gesicht trage, der wirke nicht offen – und unterbewusst meint man, der Mann wolle einem was verheimlichen. Weil er sich eben hinter dem Gestrüpp um Mund und Nase verstecke.

Beispiele gefällig? Saddam Hussein, Osama Bin Laden, Kurt Beck.

Ho, Vorsicht! Den SPD-Chef auf eine Stufe stellen mit einem toten Diktator und einem Terrorfürsten? Das könnte gefährlich werden. Darum will ich – nur zur Sicherheit – gleich klarstellen, dass die Liste a) sicher nicht vollständig ist und sich b) lediglich auf das Merkmal „Haare im Gesicht“ bezieht. Daraus einen Rückschluss auf die gegenwärtige politische Schwäche der SPD ziehen zu wollen, läge mir fern. Außerdem ist die Zusammenstellung Saddam-Osama-Kurt nicht auf meinem Mist gewachsen; ich zitiere nur meinen Chef.

Muss ich erwähnen, dass der Chef selbst Bart trägt?

Jedenfalls ist mir diese Bart-These gestern Abend wieder eingefallen, als meine Liebste und ich zufällig im TV bei George Harrissons „Concert For Bangladesh“ hängengeblieben sind. [Klasse Konzert, im Übrigen. Unbedingt mal bei You Tube anschauen.] Da fiel mir auf, dass man damals – das Konzert fand am 1.8.1971 statt – frisch rasiert anscheinend gar nicht mit George im Rampenlicht stehen durfte.

Jetzt kann ich mir kaum vorstellen, dass nur Bob Dylan nichts zu verbergen hatte. Er war einer der wenigen, der ohne Matte im Gesicht auftrat. Ansonsten: Harrison, Eric Clapton, Ringo Starr, Klaus Voormann alle mit Gestrüpp. Alle verdächtig?

Gehe mich trotzdem rasieren.